Der Winter hat sich in den letzten Jahren rar gemacht. Oft kam er als verlängerter, feuchter  November  oder als unentschlossener April daher. Doch in diesem Jahr erinnert das Wetter an die Winter meiner Kindheit: Schnee, kalte Luft und Ostwind. Das ist eine wunderbare Chance Winterbilder zu machen. In den vergangenen 10 jahren habe ich mir zum Ziel gesetzt, das Naturerbe meiner Heimatregion fotografisch zu portraitieren. Dazu habe ich die bedeutsamsten Naturräume, die mich umgeben, zu meinem fotografischen Projekt erklärt. Bisher sind es der Dümmer, die Hunte, die Ahlhorner Fischteiche, die Moore und die Hase, denen ich meine naturfotografische Arbeit gewidmet habe. Aus alle diesen Initiativen ist jeweils ein Buch, meist eine Fotoausstellung, Artikelserien und andere Publikationen entstanden. Doch mit der Veröffentlichung eines Vorhaben ist mein Interesse nicht vorbei. Ich arbeite auch weiterhin in und mit diesen Naturräumen. Über diese Initiative sind mir die Gebiete und ihre Bewohner sehr vertraut geworden. Ich kenne die Landschaft, ahne, wo ich Tieren begegnen kann und habe schon Bilder im Kopf, die ich noch nicht realisieren konnte, die jedoch „abgerufen“ werden können. Diese Form der Arbeit empfinde ich als sehr befriedigend und zielführend.

Als nun die Landschaft in ein weißes Winterkleid gehüllt wurde, bot sich die Chance Wintermotive in den genannten Naturräumen aufzunehmen. Ein Ziel war das Ochsenmoor am südlichen Rand des Dümmer. Eigentlich eine unspektakuläre Landschaft. Und so musste ich mir für eine gelungene Landschaftsfotografie etwas einfallen lassen. Dabei war der alte Grundsatz der Bildgestaltung sehr hilfreich: „Vordergrund macht Bild gesund“. Mit der Kopfweide in der Weite der Landschaft war zwar schon ein Motiv gefunden, doch der Baum wirkte ein wenig verloren in der offenen Wiesenlandschaft. Daher entschloss ich mich, den Weidezaun und die Schneeverwehungen in die Bildkomposition prominent einzubeziehen. Das farbige Schilfgras stellt eine Linie dar, die dem Bild Tiefe verleiht und den Blick auf das Hauptmotiv führt. Für die fotografische Umsetzung nutzte ich ein Stativ. Eine leicht Überbelichtung wirkte der Helligkeit des Schnees bei der Belichtung entgegen. Um ausreichend Tiefenschärfe zu erhalten wurde das Bild mit Blende 11 bei rund 35 mm Brennweite aufgenommen.

Und so bescherte mir diese Winterexkursion an meinen Heimatsee eine schöne Ergänzung meines Portfolios über dieses Naturerbe.

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