In diesem Winter ist mit erhöhter Polarlichtaktivität zu rechnen, da die Sonne im aktuellen elfjährigen Zyklus ihr solares Maximum erreicht. Daher lohnt es sich, auch in unseren Breiten in klaren Winternächten nach tanzenden Lichtern am Nachthimmel Ausschau zu halten. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, Nordlichter zu sehen, nicht in jeder Nacht gleich hoch. Deshalb empfiehlt es sich, eine App zur Vorhersage der Polarlichtaktivität zu nutzen, die Wahrscheinlichkeiten in Abhängigkeit von Sonnenstürmen und Wetterbedingungen anzeigt. Auch die Website des Space Weather Prediction Center bietet eine gute Orientierung. Für den 19. und 20. Januar 2026 sagte die Vorhersage eine starke Aktivität voraus.
Daher entschloss ich mich, bereits tagsüber einen Ort zu suchen, der möglichst wenig Lichtverschmutzung aufweist. An einem Gewässer im Moor fand ich einen geeigneten Punkt, der nach Norden ausgerichtet kaum Fremdlicht erwarten ließ. Die Wasserfläche im Vordergrund sollte zudem eine leichte Spiegelung des Himmels ermöglichen. Den Standort überprüfte ich anschließend mit der App PhotoPills.
Mein Plan ging jedoch über die Polarlichter hinaus: Ich nahm mir vor, Sternenbahnen (Startrails) zu fotografieren und im Idealfall das Polarlicht darin einzufangen. Dazu stellte ich eine Kamera im Hochformat auf ein Stativ. Bei 14 mm Brennweite richtete ich sie auf den Polarstern aus. Dieser liegt in ungefährer Verlängerung der Erdachse, sodass sich die Erdrotation um ihn als Mittelpunkt darstellen lässt.
Anschließend stellte ich den internen Intervallauslöser meiner Kamera ein und legte fest, dass 100 Bilder mit einer Belichtungszeit von jeweils 20 Sekunden hintereinander aufgenommen werden. Als Einstellungen wählte ich eine Belichtungszeit von 20 Sekunden, eine offene Blende von f/2.8 sowie einen ISO-Wert von 1600. Blende und Belichtungszeit blieben dabei konstant, während der ISO-Wert je nach Situation angepasst wurde. Bei 14 mm und 20 Sekunden Belichtungszeit werden die Sterne noch punktförmig und scharf abgebildet. Das ist mir wichtig, damit auch ein einzelnes Bild für sich genommen überzeugt.
In der Nacht des 20. Januar fotografierte ich schließlich drei Zyklen mit jeweils 100 Aufnahmen. In zwei der Aufnahmeserien war dabei auch Polarlicht zu sehen.

Entwicklung und Synchronisation der Bilder erfolgen in Adobe Ligthroom.
Der zweite Teil auf dem Weg zum fertigen Bild erfolgte anschließend zu Hause am Computer. Eine Bildserie wurde in Adobe Lightroom importiert und zunächst ein Bild optimal ausgearbeitet. Durch die Übertragung der Entwicklungseinstellungen mithilfe der Funktion „Synchronisation“ auf alle anderen Bilder der Serie erhielt man 100 gleich bearbeitete Aufnahmen.
Nach dem Export der Bilder als hochauflösende JPEG-Dateien wurde die Bearbeitung mit dem Programm StarStax fortgesetzt. Dieses Programm ist ein wunderbarer Helfer, um die Bilder übereinanderzulegen und miteinander zu verrechnen. Es empfiehlt sich, mit einer unterschiedlichen Anzahl an Bildern zu experimentieren, denn oft reichen bereits 50 Aufnahmen aus, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Das Programm StarStax erlaubt eine schnell und umkomplizierte Verrechnung der Bilder. Dazu wird zunächst eine bestimmte Anzahl Bilder zur Verarbeitung ausgewählt.

Dann erfolgt die Verarbeitung der Bilder. Man kann live mitverfolgen, wie Schritt für Schritt die Startrails entstehen.

Das fertige Bild nachdem rund 60 Bilder additiv verrechnet wurden.






