Am vergangen Wochenende fand das Fotofestival „Fotoforum Impulse 2022“ in der Katholischen Akademie Stapelfeld statt. Es stand unter dem Motto Zeit. Ich freue mich, dass ich mit einem Vortrag zum Gelingen der Veranstaltung beitragen konnte. Die Journalistin Sigrid Lünnemann schreibt über das Treffen:

Die Zeit spielt in der Fotografie eine große Rolle. Nicht nur die Wahl der Belichtungszeit hat einen großen Einfluss auf die Entstehung eines Bildes, sondern auch der Umstand, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Die blaue oder die goldene Stunde, das Frühjahr oder der Herbst – jeder Fotografierende hat seine Lieblingszeit. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die fotoforum Impulse in der Katholischen Akademie Stapelfeld (KAS) dieses Jahr unter das Motto „Zeit“ gestellt wurden.

Ein Höhepunkt der dreitägigen Tagung Anfang Oktober war die Preisverleihung der fotoforum Awards. Der Fotowettbewerb gehört zu den renommiertesten Fotowettbewerben im deutschsprachigen Raum und ist jährlich mit Preisgeldern von insgesamt 15.500 Euro dotiert.

3.011 Fotografinnen und Fotografen reichten dazu 10.923 Beiträge mit ihren ganz eigenen Sichtweisen zu den Themen Architektur, Tiere, Landschaften, Pflanzen, Menschen und Die vier Jahreszeiten ein. Die besten Bilder des diesjährigen fotoforum Awards wurden in einer kleinen Ausstellung präsentiert und von den zahlreichen Besuchern intensiv diskutiert. Als Höhepunkt der Veranstaltung ehrte Martin Breutmann, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift fotoforum, die Siegerinnen und Sieger und moderierte gemeinsam mit Katja Kemnitz, Fotografin und Herausgeberin des Fotoagazins „kwerfeldein.de“, die Veranstaltung. Ausgezeichnet wurde unter dem Applaus der Gäste der Fotograf Perry Wunderlich aus dem sächsischen Markneukirchen. Sein Bild mit dem Titel „Abgefahren” kam beim Thema Die vier Jahreszeiten auf den ersten Platz. Es zeigt ihn selbst aus einer außergewöhnlichen Vogelperspektive, die den Eindruck erweckt, er würde im Schnee auf den Reifenspuren eines übermütigen Autofahrers surfen.

Zum Auftakt des Vortragsprogramms schlug PD Dr. Alexander Linke als Kunsthistoriker und Fachbereichsleiter für Bildende Kunst an der KAS den Bogen von der Kunst des Mittelalters über die Renaissance bis zur Moderne. Anhand zahlreicher Beispiele führte er die Besucher durch die Jahrhunderte und zeigte eindrucksvoll, wie sehr sich das Verständnis von Zeit und Bild in der künstlerischen Darstellung veränderte. Mit faszinierenden Bildern präsentierte der Naturfotograf Willi Rolfes, der zugleich als geschäftsführender KAS-Direktor Gastgeber der Veranstaltung war, die Schönheit und Vielfältigkeit seiner Heimatregion. In zahlreichen Bildbänden und preisgekrönten Fotografien präsentiert er die verschiedenen Naturräume des Oldenburger Münsterlandes mit ihren oft verborgenen Schätzen. Auf diese Weise möchte er den Menschen auch die Verletzlichkeit der heimischen Natur vor Augen führen und sie für einen wertschätzenden Umgang und den Erhalt dieser wertvollen Lebensräume sensibilisieren. Dabei arbeitet er seit vielen Jahren eng mit dem Verleger und Herausgeber des Magazins fotoforum Martin Breutmann zusammen, der vor 30 Jahren den Verlag in Münster gründete. Ein Jahr später erschien sein erstes Magazin, damals noch unter dem Titel DIA-Magazin. Anhand von 30 exemplarischen Magazin-Covern nahm Martin Breutmann die Zuhörer mit auf eine sehr persönliche Reise durch die vergangenen drei Jahrzehnte Verlags-Geschichte und gab einen kleinen Einblick in zukünftige Projekte.

Anhand ihrer eigenen Fotoprojekte und Fotoreportagen gaben die national und international bekannten Fotografen und Referenten Andreas Teichmann, Martin Timm, David Klammer, Mathias Michel und Eddi Meier den interessierten Gästen interessante und innovative Impulse zur Bedeutung und Wahrnehmung von Zeit in der Fotografie. Dabei reichte die Bandbreite von der Landschaftsfotografie über Porträts bis hin zu Reportage-Fotografie sowie experimentelle und audiovisuelle Darstellungen.

 

Der Kunsthistoriker PD Dr. Alexander Linke referierte über den Umgang der Kunst mit der Zeit in unterschiedlichen Epochen.

 

Der Erfinder, Verleger und Chefredakteur des Fotoforum, Martin Breutmann, begrüßte die Gäste und nahm sie mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte des Magazins.

 

Neben dem Magazin verlegt der Fotoforum Verlag auch Bücher. Eines der ersten Projekte war ein Buch über die Naturfotografie mit dem Kollektiv „Blende 4“.

 

Andreas Teichmann berichtete von seiner 101 Tage dauernden Wanderung kreuz und quer durch Deutschland und dem damit verbundenen Fotoprojekt.

 

Martin Timm führte mit den Zuschauern ein Gedankenexperiment zu Zeit, Musik und Fotografie durch.

 

David Klammer berichtet sehr engagiert von sozialen und politischen Projekten, die er fotografisch und filmisch begleitete.

 

Am Stand des Verlages gab es neben sehr freundlichen Gesichtern hochwertige Bücher rund um die Fotografie.

 

Eddi Meier stellte in sehr anschaulicher Weise sein Projekt VULKANLAND vor und gewährte den Zuschauer einen Einblick in die Entstehung und Durchführung seines Vorhabens.

 

In einem Festakt wurden die Sieger des Fotoforum Award 2022 geehrt.

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