Ende März war es kaltes und ungemütliches Wetter. Und doch nahmen die Dinge in der Natur ihren Lauf, denn die Balzzeit der Vögel rückte Tag für Tag näher. Immer mehr Arten stimmten die das Werben um den richtigen Partner ein.

Auf meiner Motiv-Wunschliste für das Jahr 2021 stand die Schellente ganz oben. Bisher war ich dieser großen und schönen Tauchente eher zufällig begegnet. Das sollte sich nun ändern. Schellenten lieben ruhige und strukturreiche Teich- und Seenlandschaften mit Waldbestand. Also machte ich mich auf, in solchen Biotopen nach der Ente zu suchen. Schon bei der ersten Exkursion entdeckte ich einige Exemplare. Doch sie waren noch in größeren Gesellschaften auf den größeren Seen unterwegs. Einige Tage später entdeckte ich auf zwei kleinen Waldsee jeweils ein Pärchen. Sie inspizierten das mögliche Brutrevier und das Werben umeinander hatte begonnen.

Zur Balz der Schellenten gehört ein umfangreiches Repertoire an Balzposen und Balzgesten. Besonders eindrucksvoll finde ich ein Verhalten, dass der Erpel zeigt, wenn sich ein Mittbewerber auf dem Gewässer zeigt. Er nähert sich sofort seinem Weibchen und wirft seinen Kopf werbend in den Nacken. Gleichzeitig schaufelt der Erpel mit den Schwimmhäuten seiner Füße eine Wasserfontäne hinter sich. Dieses Imponiergehabe soll den Nebenbuhler fern halten und das Weibchen an ihn binden. In den Augen des Fotografen, ist dies der Moment, der das Balzritual des Vogels besonders schön zusammenfasst und eine Eigenart des Vogels eindrucksvoll dokumentiert. Nach diesen Beobachtungen war für mich klar, dieser Moment sollte es sein. In den letzten Märztagen besuchte ich fast täglich den kleinen Waldsee und verfolgte unter einem Tarnnetz versteckt das Treiben der Schellenten. Mehrfach konnte ich dabei das Balzverhalten fotografisch dokumentieren. Aus den Bildern spricht die kalte vorfrühlingshafte Lichtstimmung. Die langen, dunklen Schatten der Bäume am Waldsee sorgten für eine dunkle Grundtönung, vor der sich das aufspritzende Wasser beim „Move“gut abhebt. Allerdings war es immer sehr dunkel. Um eine Belichtungszeit von höchstens 1/1.600 Sekunde sicherzustellen arbeitete ich mit de ISO-Automatik. Diese wurde auf Werte bis ISO 3.200 voreingestellt. Die Aufnahmen enststanden mit 1000 mm Brennweite und der Nikon D6.

Spiegelbild einer balzende Schellente.

 

Mit seinen Ruderfüßen schaufelt der Erpel eine Wasserfontäne in die Luft.

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