In diesem Jahr sind die Zugvögel recht früh zurück. Zu den ersten Arten, die in größerer Anzahl die Feuchtwiesen in der Dümmerniederung besiedeln gehört alljährlich der Kiebitz. Am 19. März 2021 besuchte ich das Ochsenmoor südlich der Dümmer. Die Niederschläge der letzten Wochen hatten die Wiesen überflutet. Aber auch das Wassermanagement des Naturschutzes trägt aktiv dazu bei, dass zur Zugzeit weite Teile der Wiesenlandschaft überflutet sind. Mit Einsetzen der Bruttätigkeit wird der Wasserstand reduziert, so das Kiebitz, Uferschnepfe & Co. ausreichend trockene Brutplätze finden. Das Hochwasser macht trockene Rastplätze in den Wiesen knapp. Sehr beliebt sind die Zufahrten der Wiesen, denn diese liegen üblicherweise über dem Wasserstand. Hier sammeln sich Watvögel, Enten oder Rallen, um ihr Gefieder zu putzen.

Für mich sind diese Einfahrten ideale Orte, um mich anzusetzen. Dazu lege ich mich mit einer Unterlage auf den Bauch und mache mich mit einem Tarnnetz für die Vögel unsichtbar. Nun ist Geduld gefragt. Aber meist dauert es nicht lange, bis der erste Besuch eintrifft. Die bodentiefe Position ermöglicht es, den Vögeln auf Augenhöhe zu begegnen. Als Objektiv nutze ich gerne eine lange Brennweite. So ist es möglich Distanz zu halten und gleichzeitig die Vögel ausreichend groß abzubilden. Aber die lange Brennweite hat noch einen weiteren Vorteil. Die Szenerie wir gleichsam verdichtet und die geringe Tiefenschärfe separiert das Motiv vom Hintergrund. Diese Aufnahme entstand mit 800 mm Brennweite bei Blende 6,3. Um das Objektiv ruhig führen zu können und um es nicht im Matsch ablegen zu müssen, setzte ich eine wasserabweisenden Bohnensack ein. Eine gute Auswahl der Säcke finden Sie hier.

Da ein stehender Vogel ein relativ ruhiges Motiv ist, könnte man meinen, das keine kurze Belichtungszeit nötig ist. Mein Praxis sieht da anders aus. Ich strebe immer eine Belichtungszeit von 1/1.250 sec. besser 1/1.600 sec.. Mit derart kurzen Belichtungszeiten lassen sich auch bewegte Moment scharf abbilden. So war es auch in dieser Situation. Der Kiebitz begann nach einem Bad sein Gefieder zu putzen. Dabei entnahm er mit dem Schnabel an der Bürzeldrüse körpereigene Fette, um die Federn einzustreichen und sie damit wasserabweisend zu machen. Dieser Vorgang vollzieht sich so schnell, dass man die einzelnen Vorgänge mit dem menschlichen Auge nicht nachvollziehen kann. Daher fertig ich von solchen Momente sehr viele Bilder und friere sozusagen mit der kurzen Belichtungszeit den Moment ein. Ein solcher Putzvorgang wiederholt sich oft und dauert je Intervall 10 – 15 Sekunden. Meine Nikon D6 macht 14 Bilder pro Sekunde, so dass schnell einige hundert Bilder auf der Speicherkarte sind. Lassen Sie sich davon nicht abhalten. In diesem Datenberg sind in aller Regel 2 – 3 Motive versteckt , die den Aufwand rechtfertigen. So war es auch hier. Wenn Sie so arbeiten, sollten Sie die ritterliche Tugend der Tapferkeit beim Löschen der anderen Bilder sehr beherzigen.

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