Manchmal ist es an der Zeit Neuland zu begehen. Für mich war dieser Sommer so eine Zeit. Mich zog es in die Welt des Kleinen, in die Makrowelt. Dorthin gelangte ich über Umwege. Vielen meiner Projekte liegen umfassende Porträts eines Lebensraums zugrunde. Dabei habe ich mich meist dem Offensichtlichen zugewandt, der Landschaft, großen Vögel oder den häufigen Säugetierarten. Natürlich gibt es da noch die eher subtile Welt der künstlerischen Auseinandersetzung mit einem Motiv. Auch davon fühle ich mich immer wieder inspiriert. Aber wenn ich ehrlich bin, fehlen in meinen Portfolios oft die gute Aufnahmen von Kleintieren. Das sollte sich bei meinem aktuellen Projekt ändern, denn der Lebensraum hält gerade in der Insektenwelt einen reichen Schatz bereit. Und den möchte ich – zumindest in Ansätzen – entdecken und fotografisch dokumentieren. Dazu habe ich mir unter anderem einen Wegrand an einem Wasserzug ausgesucht. Er fiel mir auf, weil dort Wasserdost blühte und zahlreiche Insekten anzog. Was lag also näher, mich hier einige Stunde mit viel Geduld und wenig Bewegung aufzuhalten. Es ist schon erstaunlich, wieviele Arten und Individuen diese kleine nektarspendende Stelle aufsuchten. Alle Aufnahmen entstanden bei natürlichem Licht. Und wenn ich zurückschaue auf den Sommer, dann hat mir der kleine Umweg in die Welt des Kleinen zahlreiche Motive beschert für die ich dankbar bin.

Die neue Generation der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) fliegt ab Ende Juni und besticht mit leuchtenden Farben.

 

Das Landkärtchen (Araschnia levana) bewohnt den Waldrand und war häufiger Gast auf dem Wasserdost.

 

Die Gemeine Raubfliege (Tolmerus atricapillus) hat ihre Ansitzwarte auf einem Blütenstengel.

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