Kennen Sie das auch? Erst kommt die Freude und dann der Zweifel. Beim morgendlichen Durchstreifen einer Wiese fiel mir schon von Weitem ein leuchtender Fleck auf. An einem verwelkten Jakobskreuzkraut hing mit Morgentau bedeckt eine Vierfleck-Libelle. An der exponierten Stelle war sie an diesem windstillen Morgen das perfekte Fotomotiv. Nun müsste ich nur noch ein Foto machen und der Tag wäre gerettet. Mit wenigen Handgriffen war die Nikon Z 7 mit dem 105er Makro auf dem Stativ montiert und ein erster Blick brachte die Ernüchterung. Obwohl die Libelle sehr frei hing, stellte sich bei Blende 11 im Hintergrund eine große Unruhe ein. Die verbleibenden gelben Blüten anderer Pflanzen bildeten keine weiche, aufgelöste Fläche. Der Hintergrund zeigte sich konkret und lenke den Blick des Betrachter auf sich und somit weg vom Motiv. Die Veränderung des Blende auf 4 brachte zwar die gewünschte Ruhe und Zartheit in den Hintergrund, doch nun reichte die Tiefenschärfe nicht mehr, um die Libelle an den erforderlichen Stellen scharf abzubilden. Um diesem Grundkonflikt zu entgehen sah ich zwei Möglichkeiten: Die eine bestand darin, einen Kompromiss zwischen Unschärfe im Motiv und Schärfe im Hintergrund zu finde, beispielsweise durch die Wahl der Blende 8. Ich entschied mich jedoch für den Austausch der Brennweite. Mit dem 200 mm Makro-Objekt konnte ich sowohl die Blende 11 für die erforderliche Tiefenschärfe beim Motiv, als auch für eine ruhigen Hintergrund bedingt durch die längere Brennweite realisieren.

 

 

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