Die Objektiv-Serie für das spiegellose Z-System von Nikon wird kontinuierlich vervollständigt. Sehr erfreut bin ich über das NIKKOR Z MC 105 mm 1:2,8 VR S. Damit steht für das Z-System ein neu gerechnetes Makro-Objektiv zur Verfügung. Nachdem das Objektiv bei mir eintraf machte ich zwei wesentliche Beobachtungen:

  1. Nach ersten Aufnahme stellte ich fest, dass die optische Qualität überragend ist. Mit einer Naheinstellgrenze von 0,29 m ist ein Abbildungsmaßstab von 1:1 realisierbar. Eine sehr schneller und präzisen Autofokus ist eine sehr hilfreiche Unterstützung. Das Objektiv ist mit nur 630 g sehr leicht. Den Schneckengang bei der Fokussierung empfinde ich als sehr angenehm, so das auch manuell flüssig scharf gestellt werden kann. Allerdings besteht auch ausreichend Widerstand, der intuitives und präzises Arbeit unterstützt. Was mich wirklich fasziniert, ist das lebendige und interessante Bokeh. Ich habe mit dem Objektiv bisher Makro- und Portraitaufnahmen gemacht und bin von der spannungsreichen Natürlichkeit der Bildergebnisse gegeistert.
  2. Es wurden Fehler der Vergangenheit wiederholt. Wieder hat das Objektiv keine Stativschelle. Es ist mir unbegreiflich, wie die Konstrukteure des Objektivs an einem derart wichtigen Element eines Makroobjekts vorbei arbeiten konnten. Jedes Makro-Objektiv sollte meiner Meinung nach immer eine Stativschnelle mit einem Arca-Swiss kompatiblem Fuß haben. Wie sonst soll man vom Hoch- auf das Querformat wechseln, ohne den kompletten Bildaufbau zu zerstören? Aller bisherigen 200er Makro-Objektive hatten übrigens selbstverständlich eine solche Vorrichtung. Und auch CANON bietet für sein aktuelles RF 2.8/100 Macro eine solche Schelle als optionales Zubehör an.

Da ist es gut, dass es Rainer Burzynski (http://rainer-burzynski.de) gibt. Rainer die das „Schweizer Taschenmesser“ für alle scheinbar unlösbaren Aufgaben in der Naturfotografie. Also rief ich Rainer an und überlegte mit ihm, wie das wunderbare neue Objektiv um eine praxistauglich Stativschelle erweitert werden könne. Nach einem ausführlichen Gedankenaustausch und einigen Skizzen sagte Rainer: „So ein Ding baue ich jetzt erst einmal“. Wenige Tage später traf ein Prototyp ein. Er erfüllt den gewünschten Zweck, stieß jedoch noch ein wenig am Handgriff der Kamera an. Nach einem weiteren „Update“ war die Konstruktion perfekt. Nun läßt sich die Kamera vom Hoch – auf das Querformat drehen, ohne den Bildaufbau zu verändern. Außerdem läßt sich mit der rund 10 cm langen Stativplatte die Objektiv-Kamera-Einheit wunderbar auf dem Kugelkopf ausbalancieren. Und nicht zuletzt kann die Staivplatte wie ein Einstellschlitten genutzt werden. Mühelos kann man im Nahbereich den Abstand zum Objekt um einige Zentimeter verändern, ohne das Stativ verstellen zu müssen.

An der Konstruktion kann die Nikon Z6/7 ebenso problemlos genutzt werden wie die Z9. Das Gerät kostet rund 180 € und kann bei Rainer Burzynski direkt bezogen werden.

 

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